Sie kommen sich doof vor, wenn Sie Selbstgespräche führen? Es kann aber tatsächlich helfen! Kinder machen es ganz natürlich vor: Wenn sie sich konzentriert einer Aufgabe widmen oder ins Spiel vertieft sind, plappern sie oft selbstvergessen vor sich hin. Was auf den ersten Blick nach harmlosen „Brabbeleien“ klingt, hat tatsächlich eine tiefere Bedeutung – und wir Erwachsenen sollten uns davon inspirieren lassen. Selbstgespräche sind weit mehr als ein skurriles Phänomen – sie haben nachweislich positive Effekte auf unser Denken, unsere Konzentration und unsere Problemlösefähigkeit. Was etwas „verrückt“ klingen mag, hat jetzt ein deutscher Psychologieprofessor nachgewiesen. Lesen Sie hier, was es damit auf sich hat.
Viele Erwachsene führen regelmäßig Selbstgespräche – meist unbewusst. „Ja, ich komm ja schon!“, wenn es an der Tür klingelt, oder „Oh nein, das auch noch!“, wenn das Nudelwasser überkocht. Solche spontanen Äußerungen sind weit verbreitet, doch tatsächlich steckt viel mehr dahinter. Selbstgespräche helfen uns, unsere Gedanken zu ordnen, Emotionen zu regulieren und uns auf eine Aufgabe zu fokussieren.
Selbstgespräche helfen
Der deutsche Psychologieprofessor Dietrich Dörner von der Universität Bamberg untersuchte in einem Experiment, welchen Einfluss Selbstgespräche auf das Problemlösen haben. Seine Studierenden sollten einen Fahrradhalter bauen – eine Gruppe arbeitete in absoluter Stille, während die andere Gruppe laut mit sich selbst sprechen musste.
Das Ergebnis? Die Selbstgespräch-Gruppe schnitt deutlich besser ab. Warum? Ganz einfach: Sprache strukturiert unsere Gedanken. Wer laut spricht, schafft automatisch klare Bilder und formuliert Probleme präziser. Das führt dazu, dass wir Lösungen schneller erkennen und zielgerichteter handeln.
Nutzen Sie Selbstgespräche gezielt
- Sprechen Sie laut mit sich selbst.
Statt nur gedanklich über ein Problem zu grübeln, formulieren Sie Ihre Gedanken laut. Dadurch gewinnen Sie Klarheit und können sich selbst besser anleiten. - Nutzen Sie Selbstgespräche zur Motivation.
Positive Selbstgespräche wie „Ich schaffe das!“ oder „Ich gehe das jetzt Schritt für Schritt an“ stärken das Selbstbewusstsein und helfen, fokussiert zu bleiben. - Wiederholen Sie wichtige Punkte.
Unser Gehirn „hört mit“ – je öfter Sie eine Information laut aussprechen, desto tiefer prägt sie sich ein. - Verwenden Sie Selbstgespräche zur emotionalen Regulierung.
Wer sich ärgert, neigt zu negativen Gedanken. Indem Sie sich selbst beruhigende oder aufbauende Worte sagen, können Sie Stress abbauen und gelassener reagieren.
Also los: Reden Sie. Auch mit sich selbst!
Ob beim Lernen, bei kreativen Prozessen oder bei der Bewältigung von Herausforderungen – Selbstgespräche sind ein wirksames Werkzeug, um produktiver, klarer und motivierter zu sein. Also, trauen Sie sich! Reden Sie mit sich selbst – denn Ihr Gehirn hört zu und hilft Ihnen, die besten Lösungen zu finden.