Vor kurzem erschien mein Gastbeitrag in der ÖHV-Zeitschrift „Die Lobby“. Darin habe ich ein Thema aufgegriffen, das mir in meiner Arbeit mit Hotels immer wieder begegnet: Selbstführung im Hotelalltag.
Führungskräfte und engagierte Mitarbeitende in der Hotellerie tragen täglich viel Verantwortung. Sie koordinieren Teams, kümmern sich um Gäste, lösen spontane Herausforderungen und sorgen dafür, dass der Betrieb reibungslos läuft. Gleichzeitig kommen Telefonate, E-Mails, organisatorische Aufgaben und zahlreiche Rückfragen aus dem Team dazu.
Vieles passiert gleichzeitig. Vieles duldet keinen Aufschub.
Genau hier liegt die Herausforderung. Nicht zu wenig Einsatz ist das Problem. Davon gibt es in Hotels meist mehr als genug. In Gesprächen mit Führungskräften und Teams in Hotels höre ich genau das immer wieder. Was häufig fehlt, sind klare Strukturen, gute Prioritäten und bewusste Entscheidungen im Arbeitsalltag.
Viele arbeiten den ganzen Tag auf Hochtouren und haben am Abend trotzdem das Gefühl, kaum beim Wesentlichen angekommen zu sein. Nicht weil sie zu wenig tun, sondern weil sie ständig reagieren müssen.
Warum Selbstmanagement im Hotelalltag so wichtig ist
Selbstmanagement ist in der Hotellerie kein nettes Zusatzthema. Es ist eine zentrale Fähigkeit für alle, die im Arbeitsalltag Verantwortung tragen.
Wer den ganzen Tag nur auf Anforderungen von außen reagiert, führt irgendwann nicht mehr aktiv, sondern verwaltet nur noch den Alltag. Genau das kostet Energie, Überblick und Wirkung.
Eine Untersuchung von McKinsey zeigt, dass Führungskräfte einen großen Teil ihrer Arbeitszeit mit Aufgaben verbringen, die nicht zu ihren eigentlichen Kernaufgaben gehören. Diese Erkenntnis ist auch für die Hotellerie relevant. Gerade dort ist die Gefahr groß, sich im Operativen zu verlieren.
Gutes Selbstmanagement bedeutet deshalb nicht, noch mehr in noch weniger Zeit zu pressen. Es geht darum, den eigenen Arbeitstag so zu gestalten, dass Führung, Überblick und gute Entscheidungen wieder möglich werden.
Drei Impulse für mehr Struktur und Überblick im Hotelalltag
In meinem Beitrag für die ÖHV-Zeitschrift habe ich einige zentrale Gedanken zum Thema Selbstführung im Hotelalltag aufgegriffen. Drei davon machen im Alltag oft bereits einen spürbaren Unterschied.
Struktur entlastet
Viele unterschätzen, wie viel Energie durch fehlende Struktur verloren geht. Ständige Unterbrechungen, spontane Abstimmungen und unklare Abläufe kosten nicht nur Zeit, sondern auch Konzentration.
Schon einfache Maßnahmen können den Alltag deutlich erleichtern. Fixe Zeiten für E-Mails, kurze morgendliche Abstimmungen im Team oder klar definierte Zuständigkeiten sorgen dafür, dass weniger Energie in Rückfragen und Improvisation fließt.
Das klingt unspektakulär. In der Praxis wirkt es jedoch oft erstaunlich entlastend.
Delegieren ist Führungsarbeit
Viele Führungskräfte machen zu viel selbst. Aus Pflichtgefühl, aus Gewohnheit oder weil sie glauben, nur so den Überblick zu behalten.
Genau hier entsteht jedoch schnell Überlastung.
Delegation bedeutet nicht, Verantwortung loszuwerden. Delegation bedeutet, Verantwortung sinnvoll zu verteilen. Wenn Aufgaben mit klarer Zielsetzung und genügend Spielraum übergeben werden, stärkt das nicht nur dich als Führungskraft, sondern auch das Team.
Kleine Entscheidungen steuern den ganzen Tag
Oft sind es nicht die großen Projekte, die über Stress oder Wirkung entscheiden. Es sind die vielen kleinen Entscheidungen im Laufe des Tages.
Was ist heute wirklich wichtig?
Was kann warten?
Wo ist deine Aufmerksamkeit am besten eingesetzt?
Schon wenige Minuten bewusste Planung helfen, den Überblick zu behalten und den Tag aktiver zu gestalten.
Führung beginnt nicht erst beim Team
Ein Gedanke ist mir in der Arbeit mit Führungskräften besonders wichtig: Führung beginnt nicht erst im Gespräch mit Mitarbeitenden.
Sie beginnt viel früher. Nämlich dort, wo du entscheidest, wie du mit deiner Zeit, deiner Energie und deiner Aufmerksamkeit umgehst.
Wer sich selbst nicht gut steuert, läuft Gefahr, ständig verfügbar zu sein und überall gleichzeitig zu reagieren. Am Ende fehlt dann genau dort die Präsenz, wo Führung am meisten gebraucht wird.
Gerade in einer Branche mit hohem Tempo wie der Hotellerie braucht es deshalb keine weiteren Durchhalteparolen, sondern einen bewussten Umgang mit dem eigenen Arbeitsalltag.
Mein Impuls für Menschen im Hotelalltag
Du musst nicht noch schneller arbeiten.
Du musst nicht alles selbst tragen.
Was oft mehr Wirkung bringt, ist ein bewusster Blick auf den eigenen Arbeitsalltag.
Wo entstehen unnötige Zeitverluste?
Welche Strukturen könnten entlasten?
Welche Aufgaben gehören wirklich zu deiner Rolle?
Gute Führung entsteht nicht dort, wo am meisten gearbeitet wird. Gute Führung entsteht dort, wo Zeit, Energie und Verantwortung klug eingesetzt werden.
7 Impulse für souveräne Selbstführung im Hotelalltag
Im Hotelalltag tragen viele Menschen täglich viel Verantwortung. Genau dafür habe ich ein kompaktes Freebie erstellt.
Die 7 Impulse für souveräne Selbstführung im Hotelalltag helfen dir, typische Zeitfresser zu erkennen, Prioritäten klarer zu setzen und wieder mehr Überblick in deinen Arbeitstag zu bringen.
Die Impulse geben dir konkrete Anregungen, wie du deinen Arbeitstag bewusster steuern und mit mehr Struktur durch den Tag gehen kannst.
Über die Autorin
Mag. Marion Kusatz – die Impulsgeberin
Mehr als 20 Jahre Erfahrung in internationalen Unternehmen und viele Jahre in
Führungsrollen prägen meine Arbeit bis heute. In meinen Seminaren verbinde ich
wirtschaftliches Denken mit praxisnahen Impulsen für Resilienz, Selbstführung,
Kommunikation und Verkauf. Daraus entstehen Trainings, die Menschen stärken, Teams
weiterbringen und im Arbeitsalltag spürbar Wirkung zeigen.